Rot-Rot-Grün-Orange will konkrete Neuplanungen für das erste der Flutgebiet-Grundstücke

Die Neue Mehrheit im Dresdner Stadtrat reichte gestern einen Antrag ein für einen neuen Bebauungsplan für das Grundstück Leipziger Straße 33a. Damit gibt es einen ersten konkreten Vorschlag dafür, wie Schritt für Schritt die Planungsfehler im Quartier Leipziger Vorstadt rückgängig gemacht werden sollen.

Der neue B-Plan 357c soll folgendes an neuem bringen:
+ mehr Grünfläche am Elberadweg
+ niedrigere und weniger dichte Bebauung nur entlang der Leipziger Straße
+ Ateliers und Kulturnutzung sollen erhalten bleiben

Dass die Deutung der Berichterstattung (4.11.2014) bezüglich der weiteren Entwicklungen teils weit auseinandergeht, kann auch daran liegen, dass der B-Plan alles beinhalten soll. Ein bisschen Wohnen, ein bisschen Kultur, ein bisschen Hochwasserschutz. Das dürfte dem Umstand geschuldet sein, dass auch die Neue Mehrheit ja aus verschiedenen Fraktionen besteht. Trotz gemeinsamer Ziele liegen doch die Interessengebiete zum Teil weit auseinander. Der gemeinsame Antrag könnte ein Versuch sein, inwiefern sich diese Interessen verbinden lassen – oder eben auch nicht.

Wird es gelingen, auf einem Grundstück von ca. 15.000m² all dies miteinander zu vereinbaren? Und (was) wird tatsächlich dann geplant und gebaut werden? Wer wird gewinnen, wer verliert? Kann es eine Win-Win-Lösung geben, die alle befriedigt? Es bleibt spannend wie im Krimi.

Sächsische: Stadtrat will Marina Garden komplett neu planen
DNN: Wiesen statt Wohnungen: Rot-Rot-Gruen will Wohnpark Marina Garden in Dresden Pieschen eindampfen
Menschen in Dresden: Puschkinpark statt Marina Garden – rot-grün-rot legt neuen B-Plan vor

Interessant ist auch die Reaktion der Investorin Dresdenbau GmBH auf die Veröffentlichung der neuen Pläne des Stadtrats, die ihren eigenen Invetorenträumen einen gehörigen Strich durch die Rechnung machen dürfte. In einem Internetauftritt zum Projekt „Marina Garden“ erklärt sie nicht nur das geplante Projekt selber (an dem sie offensichtlich eisern festhält), sondern auch Ihre Meinung zu öffentlichem Gebietsschutz, zur Verwendung öffentlicher Gelder und sogar den Freiraum Elbtal e.V. – das ist der Kulturverein, der durch Abriss und Neubebauung des Grundstücks seinen aktuell Standort verlöre.

Dieser Verein wird im übrigen im B-Plan explizit erwähnt. Teil der Neuerung ist auch, dass der Erhalt der kulturellen Nutzung des Grundstücks erhalten bleiben soll.